Tracy

Es gibt immer wieder Tiere, die uns fordern. Nicht internistisch, nicht chirurgisch, nicht pflegetechnisch. Nein, sie fordern unsere hellseherischen Fähigkeiten. Nur leider besitzen wir diese nicht. Den Kittel der "Götter in Weiß" haben wir nie angezogen. Unser Blick in die Zukunft beschränkt sich auf Erfahrung, Hoffnung und dem Credo, jedem Tier eine Chance zu geben.

Tracy´s Geschichte ist so ein 50 zu 50 Fall. Als sie zu uns gebracht wurde, konnte sie nicht laufen. Eine Lähmung - wodurch auch immer - liess nichts weiter zu, als zu hoffen. Medizinisch abgedeckt mussten die nächsten Tage und Wochen zeigen, was aus unserem verschmusten Schätzchen werden sollte. Wir waren uns einig, dass sie es schaffen könnte. Die Fünfzig Prozent Chance...

Aber was ist die Alternative? Hin und wieder müssen wir uns der Frage stellen "Lohnt sich das denn überhaupt?" Lohnt sich das Retten von Leben? Ja, mein Gott, warum spenden Sie uns denn? Ist es nicht genau das, was Sie von uns verlangen? Wir von uns übrigens auch! Und zu diesem Job gehören nun mal auch die Fälle, deren Heilungsprozess bei der ersten Untersuchung nicht eindeutig zu benennen ist. Jeder Arzt stößt im Laufe seiner Arbeit immer wieder auf solche Fälle. Dann liegt es an ihm, zu entscheiden, wie es weitergehen soll. Es liegt in seiner Erfahrung, an seiner Kompetenz und manchmal auch einfach am Glück.

Bei einem 50:50-Fall, wie vorliegend bei Tracy, hat es sich beim Tierärztepool so eingebürgert, dass ein Versuch gestartet wird. Die Arche-Chance. Erkennen die Tierärzte und Helfer in den darauffolgenden Stunden eine Verschlechterung, kann immer noch euthanasiert werden.
Tracy dachte gar nicht daran, ihre Chance nicht zu nutzen. Von Tag zu Tag verbesserte sich ihr Zustand, sie kämpfte sich mit eisernem Willen zurück ins Leben. Für uns mal wieder eine Bestätigung, dass sich JEDE Mühe lohnt.

Tracy kann inzwischen wieder laufen. Anfänglich ein bisschen wackelig, aber nach dem Aufbau ihrer Muskulatur sieht man fast nichts mehr von dem einstigen Unfall. Eine Kleinigkeit ist aber zurückgeblieben. Tracy ist nicht in der Lage, ihre Blase selbstständig zu entleeren. Wieder könnte man kritisch fragen: ?ist so ein Leben den lebenswert??

Die Antwort gibt Ihnen Tracy selber. Wenn sie verschmust um meine Beine streicht, wenn sie schnurrt und dabei lauter klingt als unsere Waschmaschine im Schleudergang, wenn sie die Bäume hoch und runterklettert, in der Astgabel liegt, den Wind aufsaugt und den Hunden beim Spielen zuguckt, dann versteht der letzte Kritiker, dass sich jede Sekunde gelohnt hat.

Zwischen den Hunde bewegt sie sich, als sei sie einer von ihnen. Mit Katzen versteht sie sich sowieso. Es gibt nichts, was es zu bemängeln gibt. Nichts, außer halt der Tatsache, das man ihr 2-3x täglich die Blase ausrücken muss. Sie hält dabei übrigens still, so als wüsste sie, dass sie mit dieser kleinen Behinderung ihr Leben zurückbekommen hat. Wer sich eine Katze wünscht, wem dieser kleine Schönheitsfehler nichts ausmacht, wer einen reinen Charakter sucht und vielleicht auch den Wunsch in sich trägt, ein bisschen was auf von dieser Welt verbessern zu wollen, der darf sich gerne bei mir melden.

Ich muss schauen, dass ich immer wieder Platz schaffe, um neuen Tiere die 50'ger Chance anbieten zu können und aus diesem Grund ? NUR aus diesem Grund - suche ich für Tracy ein neues Zuhause.
Sabrina Klüßendorf

mit Whatsapp senden

Aufenthaltsort

Tracy wartet auf ein Zuhause in Kreta.


Info

  • Geburtsdatum: Januar 2016
  • Geschlecht: weiblich
  • Sonstiges: kastriert, gechippt und geimpft
  • Kontakt: Sabrina Klüßendorf
  •  Telefon: +49 160 96855936
  •  Email: sabrina@tieraerztepool.de

Vermittlungshilfe

Unterstützen Sie unsere Vermittlungsarbeit mit einem Aushang. Wenn Sie die Möglichkeit haben, einen Aushang in Ihrem Laden oder Praxis, im Tierheim oder ähnliches zu machen, können Sie sich hier eine PDF herunterladen. Tracy bedankt sich ganz herzlich!

Vermittlungs-PDF laden


Robbie

Robbie

Robbie ist ein äußerst angenehmer und freundlicher Hund. Er lässt sich gerne streicheln und genießt die Aufmerksamkeit seiner Menschen. Genauso, kann er sich aber entspannt hinlegen und selbstbeschäftigen.

mehr lesen
Yari

Yari

Yari kam in Krämpfen nach einer Vergiftung zu uns. Wir pflegten sie und gaben ihr eine zweite Chance auf ein hundegerechtes Leben. Jetzt sucht sie ein Zuhause.

mehr lesen
Albert

Albert

Albert wurde mit vier Wochen im einem Karton an der Mülltonne auf Kreta mit seinen Geschwistern ausgesetzt, mit fünf Monaten kam er nach Deutschland und zog bei seiner Familie ein.

mehr lesen