Heraklion

Die Möglichkeit in Heraklion ab jetzt gezielt arbeiten zu können ist ein weiterer großer Erfolg unseres Vereins. Ein weiterer Schritt in Richtung eines besseren Lebens für alle Tiere und Menschen auf Kreta.Antonia Xatzidiakou

Nach endlosen Diskussionen haben wir es endlich geschafft die Arbeitserlaubnis im staatlichen Tierheim von Heraklion zu bekommen. Monatelang haben wir versucht die Behörden zu überzeugen, dass sich das enorme Straßentierproblem in dieser Region nicht durch einzelne durchgeführte Kastrationen- wie bisher geschehen- lösen lässt. Es bedarf eines gut organisierten Kastrationsprogrammes welches kontinuierlich eine große Anzahl Tiere vorsieht, um Resultate zu erzielen. Heraklion ist eine enorm große Gemeinde, die nicht leicht zu kontrollieren ist. Viele einzelne Dörfer, insgesamt eine sehr große Einwohnerzahl und vermutlich die größte Straßenhundpopulation auf ganz Kreta.
Endlich haben wir das Misstrauen und die Zweifel daran überwinden können, ob unser Verein in der Lage ist, die geforderte hoch professionelle Arbeit zu leisten. Am 11.12.2016 wurden wir schließlich eingeladen, die Anlage zu besichtigen, in der operiert werden soll.

Die vorgefundene Situation verursachte gemischte Gefühle. Die Anlage ist wohl infrastrukturell die Beste auf ganz Kreta und bietet die Voraussetzungen um gute Ergebnisse erzielen zu können. Andererseits sehen wir uns wieder mit der typischen traurigen Situation eines überfüllten Tierheimes konfrontiert, denn auch in diesem staatlichen Tierheim fristen zahllose Tiere ein trauriges Dasein.

Gemeinsam mit dem zuständigen Tierarzt und den verantwortlichen Behörden wurde beschlossen, dass wir ab Januar 2017 dort regelmäßig arbeiten werden. Die Tiere werden nach der Kastration ein paar Tage im Tierheim bleiben und danach an ihren ursprünglichen Platz zurück gebracht.
Da der Bedarf hier immens groß ist, werden, wenn möglich, zwei Tierärzte von uns gleichzeitig arbeiten um in kurzer Zeit möglichst viele der so dringend notwendigen Kastrationen durchführen zu können.
Die Zahl der streunenden Hunde ist extrem hoch- allein auf dem Gelände des Krankenhauses befinden sich momentan 70 unkastrierte Hunde mit 30 Welpen! Daher möchte die Gemeinde, dass wir zunächst den Schwerpunkt auf die Kastration von Hunden legen und uns später vermehrt um Katzen kümmern.

Die Möglichkeit in Heraklion ab jetzt gezielt arbeiten zu können ist ein weiterer großer Erfolg unseres Vereins. Ein weiterer Schritt in Richtung eines besseren Lebens für alle Tiere und Menschen auf Kreta.


Infos

  • Projektzeitraum: ab 2017
  • Ansprechpartner: griechenland@tieraerztepool.de
  • Schwerpunkt: Kastrationen von Straßentieren in Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung

Bild des Tages für den 22.07.2019

Letzte Neuigkeiten

22.07.2019 Kreta

"Was machst du bei einer Kastrationsaktion?", frage ich ihn.
"Tja, wäre meine Mutter rechtzeitig hier gewesen, hätte ich mir meinen Besuch sparen können. Es war nicht meine Entscheidung hierherzukommen. Ich mag ja Ärzte nicht so besonders - ich wurde hierher gebracht."
"Und wo ist dein Mutter?", frage ich. "Du bist zu klein, um ohne Aufsicht die Stadt zu erkunden."
"Meine Mutter ist Zuhause an ihrer Kette, aber ich musste unbedingt weg. Unser Mensch hat mich von ihr weggenommen, ins Auto gepackt und dann an einer Mülltonneausgesetzt."
"Und deine Geschwister?"
"Ich habe keine. Da wo ich wohne werden alle bis auf eines entsorgt. Ich habe gehört dass es unmoralisch ist, alle Babies zu töten. Eins übrig zu lassen ist das Beste. Ich war derjenige, der Glück hatte und durfte bei meiner Mama leben. Bis jetzt."
"Und dann?"
"Dann habe ich einige Tage unter dieser Tonne verbracht. Ich bin so klein, dass ich mich gut verstecken konnte. Aber es war so heiss und es ging mir dann schlecht. Ich wollte stark fur meine Mama sein, musste aber weinen, weil ich Hunger und Durst hatte und soeinsam war. So hat mich diese komische weinende Frau entdeckt und zu euch gebracht."
"Mein Kleiner! Du bist krank. Ich habe hier keine diagnostischen Möglichkeiten, denn ich hier nur zum kastrieren. Deine Symptome aber sind sehr eindeutig: Du hast Parvoviros. Und ehrlich gesagt - du bist so winzig, dass ich nicht weiss ob du es schaffst. Ich werde es aber versuchen dir zu helfen und alles tun, was in meiner Macht steht."

Als er wenig später seinen letzten Atemzug machte, waren wir bei ihm. Als er diese Welt verlassen hat, habe ich ihm versprochen, dass alles besser wird und dass er uns irgendwann eine schönere Geschichte erzählen kann.

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Einsatzberichte

  • 2017
  • Das wollte ich schon lange! Und jetzt hat es sich spontan ergeben, dass ich im Tierärztepool des Fördervereins Arche Noah e.V. "mitschwimmen" durfte. Und ich war richtig gespannt auf meine erste ...
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