Veria

Im November 2016 führte der Tierärztepool in Kooperation mit der "Tierinsel Umut Evi e.V." die erste Kastrationsaktion in Veria durch. Die Basisbedingungen für Kastrationsaktionen sind in dieser kleinen Stadt sehr gut:

  • der zuständige Vizebürgermeister gibt die Erlaubnis für Kastrationsaktionen und im städtischen Tierheim gibt es einen genehmigten Operationsraum
  • alle kastrierten Hunde können nach den Operationen zur Nachsorge im Tierheim verbleiben, nach einer abschließenden Kontrolle der Operationswunde werden sie wieder an ihren Ort zurückgebracht, wo sie gefangen wurden
  • im Tierheim arbeitet eine Amtstierärztin, die mit uns freundschaftlich zusammenarbeitet: sie regelt alle erforderlichen bürokratischen Angelegenheiten, die neben einer Kastration der Tiere durch das griechische Gesetz bewerkstelligt werden müssen: Durchführung eines Leishmaniose-Tests, Tollwut-Impfung und Setzen eines Mikrochips.
  • Im Tierheim angestellt ist ein Amtstierarzt, der mit uns freundschaftlich zusammenarbeitet. Er regelt alle erforderlichen bürokratischen Angelegenheiten, die neben einer Kastration der Tiere durch das griechische Gesetz bewerkstelligt werden müssen: Durchführung eines Leishmaniose-Tests, Tollwut-Impfung und Setzen eines Mikrochips.
    Der Amtstierarzt führt ebenfalls monatlich zirka 20 Kastrationen bei Straßenhunden durch. Wir möchten durch unsere Zusammenarbeit den Kollegen unterstützen und Erfahrungswerte in OP-Techniken weitergeben.
  • In Veria gibt es drei Tierschutzvereine. Sie alle wollen mit Kastrationen die Lebensbedingungen für die Tiere verbessern. Sie sind hochmotiviert, mit Einfangen und auch wieder Zurücksetzen nach der Kastration die Einsätze zu unterstützen.

Infos

  • Projektzeitraum: seit 2016
  • Schwerpunkt: Kastrationen von Straßentieren in Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung
  • Ansprechpartner: griechenland@tieraerztepool.de

Bild des Tages für den 22.07.2019

Letzte Neuigkeiten

22.07.2019 Kreta

"Was machst du bei einer Kastrationsaktion?", frage ich ihn.
"Tja, wäre meine Mutter rechtzeitig hier gewesen, hätte ich mir meinen Besuch sparen können. Es war nicht meine Entscheidung hierherzukommen. Ich mag ja Ärzte nicht so besonders - ich wurde hierher gebracht."
"Und wo ist dein Mutter?", frage ich. "Du bist zu klein, um ohne Aufsicht die Stadt zu erkunden."
"Meine Mutter ist Zuhause an ihrer Kette, aber ich musste unbedingt weg. Unser Mensch hat mich von ihr weggenommen, ins Auto gepackt und dann an einer Mülltonneausgesetzt."
"Und deine Geschwister?"
"Ich habe keine. Da wo ich wohne werden alle bis auf eines entsorgt. Ich habe gehört dass es unmoralisch ist, alle Babies zu töten. Eins übrig zu lassen ist das Beste. Ich war derjenige, der Glück hatte und durfte bei meiner Mama leben. Bis jetzt."
"Und dann?"
"Dann habe ich einige Tage unter dieser Tonne verbracht. Ich bin so klein, dass ich mich gut verstecken konnte. Aber es war so heiss und es ging mir dann schlecht. Ich wollte stark fur meine Mama sein, musste aber weinen, weil ich Hunger und Durst hatte und soeinsam war. So hat mich diese komische weinende Frau entdeckt und zu euch gebracht."
"Mein Kleiner! Du bist krank. Ich habe hier keine diagnostischen Möglichkeiten, denn ich hier nur zum kastrieren. Deine Symptome aber sind sehr eindeutig: Du hast Parvoviros. Und ehrlich gesagt - du bist so winzig, dass ich nicht weiss ob du es schaffst. Ich werde es aber versuchen dir zu helfen und alles tun, was in meiner Macht steht."

Als er wenig später seinen letzten Atemzug machte, waren wir bei ihm. Als er diese Welt verlassen hat, habe ich ihm versprochen, dass alles besser wird und dass er uns irgendwann eine schönere Geschichte erzählen kann.

Tagesbilder-Archiv

Einsatzberichte

  • 2019
  • Seit 2016 führen wir zusammen mit "Tierinsel Umut Evi e.V." Kastrationen in verschiedenen Gemeinden in Nordgriechenland durch. Dieses Mal führte der Einsatz uns nach Veria und Agia. Manchmal ist ...
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  • 2017
  • "Verehrte Passagiere, bitte halten sie ihre Reisepässe griffbereit. Es werden bei Ankunft am Münchner Flughafen nochmals die Personalien überprüft." Gedankenverloren nehme ich die Durchsage ...
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  • Ich arbeite für einen seriösen Tierschutzverein... Max war weniger seriös. Man könnte sagen, er war ziemlich verfilzt, dreckig, blutig und abgemagert. Wie jedes Schicksal, das uns erreicht, ...
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  • 2016
  • Dieses Mal war alles Neu: wir waren ein neu zusammengesetztes Kastrationsteam, ein neues Helferteam, neue Einsatzorte und uns nur per Mail bekannte Tierschützer vor Ort. Bei genauer Betrachtung ...
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Spenden

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