Janus - Jahresrückblick 2016 31.12.2016 Gedanken

Ein Bericht von:
Gregor Uhl

Der römische Gott Janus mit seinen zwei Gesichtern ist der Namensgeber unseres Monats Januar. Er blickt gleichzeitig in das alte Jahr zurück und in das neue hinein.

Auch wir blicken heute zurück und nach vorne. Wir blicken zurück auf ein Jahr, in welchem wir so viele Tiere wie niemals zuvor in der Geschichte unseres Vereins unfruchtbar machen konnten. Und sehr stolz können wir sagen, dass wir diesen Satz in allen vergangenen Jahren erfüllten. Auf gut deutsch: Der Tierärztepool und seine Idee wächst - beständig und kontinuierlich - seit Jahren weiter an. Wir bekommen durch Gespräche und Emails vermittelt, dass unser Weg von mehr und mehr Menschen als der einzig sinnvolle im Auslandstierschutz erkannt wird.

Der Blick nach vorne ist vielversprechend - wir haben 2017 viel zu tun. Denn die Tiere brauchen uns. So wie es jedes Jahr war. Und wir brauchen Ihre Unterstützung auf unserem Weg.Gregor Uhl

Mehrere neue Mitarbeiter fanden dieses Jahr den Weg zu uns und wollen ausgebildet und angeleitet werden. Wir betreiben jetzt seit 18 Monaten unsere Station auf Kreta, und auch dort ist "kein Stein mehr auf dem anderen". Mehr als 100 Tieren konnten wir durch unser New Life Resort die Möglichkeit einer perfekt umsorgten Genesung von schweren Erkrankungen bieten. Die Anzahl der Gemeindepraxen auf Kreta wuchs kurz vor Jahresende mit unseren neuen Projekten in Heraklion und Palleochora auf acht.

Allein auf den Kapverden leisteten wir in diesem Jahr 120 Arbeitstage. Unsere Anwesenheit dort wird mittlerweile schon für "normal" angesehen. 120 Arbeitstage bedeutet aber für uns auch, 120 Tage mit rund 30 Operationen. Unmengen an Equipment müssen gekauft, transportiert, verwendet und natürlich auch bezahlt werden.

Kurzum: Aus einer kleinen Handvoll Idealisten wurde eine grosse Handvoll Idealisten. War das Team vor einigen Jahren noch so klein, dass man sich keine ernsthaften Gedanken darüber machen musste, wer wann wo ist - denn meistens arbeiteten alle gemeinsam und in Rufweite - müssen wir uns heute mit Themen wie Kapazitätsplanung, Übergaben während langen Projekten und komplizierten Flugbuchungen beschäftigen.

Denn was uns alle immer noch eint, ist der brennende Wunsch, für viele tausende Straßentiere wirklich etwas zu verändern. Das ist die Gewissheit, dass unser Getriebe immer dann perfekt funktioniert, wenn das Leben oder Wohlergehen eines Tieres davon abhängig ist. Das ist die Gewissheit, dass wir gemeinsam Berge versetzen können. Und wir wissen, dass es keine effektivere Intervention im Auslandstierschutz gibt, als möglichst viele Tiere zu kastrieren.

Nicht zuletzt bringen wir auch unsere Tierschutz-Partner an den Rand ihrer Möglichkeiten - arbeiten diese doch meistens ehrenamtlich. Einsätze, die früher wenige Tage gingen, laufen mittlerweile über mehrere Monate. Auf Kreta ist kontinuierlich, das ganze Jahr über, ein Team stationiert. Auf Rhodos fand im Herbst ein dreimonatiger Einsatz statt. Auf den Kapverden verteilte sich die Arbeitsdauer bei zwei Einsätzen jeweils über zehn Wochen.

So wurde 2016 auch unser teuerstes Jahr. Mehr Mitarbeiter, mehr Operationen, mehr Material und mehr Flüge belasteten unsere Kasse. Dabei ist es schön, Sie als Spender immer an unserer Seite zu wissen. Denn so wie wir uns untereinander blind auf die Fähigkeiten der Teamkollegen verlassen können, vertrauen wir als ganzer Verein auch auf ihre Unterstützung.

13.401 Operationen führten wir dieses Jahr durch. 13.401 Tiere gingen durch die heilenden Hände unserer Tierärztinnen. 11.972 davon wurden unfruchtbar gemacht. 11.972 mal verhinderten wir zukünftiges Leiden. Aber 1.429 mal konnten wir durch Operationen auch ganz konkret bestehendes Leiden lindern. Ganz zu schweigen von unzähligen nichtchirurgischen Interventionen, die zusätzlich durchgeführt wurden.

Was ich hier nicht in Worte fassen kann, sind die dankbaren Blicke der unendlich vielen verletzten Tiere, die endlich die notwendige Versorgung bei uns erhalten. Das ist das großartige Gefühl, an einem Müllplatz auf Kreta keine Katzen ohne Kerbe im Ohr mehr zu finden. Das ist der Erfolg, nach Jahren endlich an einem besonders wichtigen Ort die Arbeit aufnehmen zu dürfen.

Und um die Kurve zu Janus wieder zu kriegen: Der Blick nach vorne ist vielversprechend - wir haben 2017 viel zu tun. Denn die Tiere brauchen uns. So, wie es jedes Jahr war. Und wir brauchen Ihre Unterstützung auf unserem Weg.


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