Prometheas 14.11.2014 Tierschicksal

Ein Bericht von:
Dr. Melanie Stehle
Tierärztin

Lesen sie hier das glückliche Ende von Prometheas Geschichtes

Bekommen wir eine zweite Chance in unserem Leben? Und wer bestimmt Dein Schicksal in Deinem Leben? Ist es Fügung, Zufall, freie Wahl? Manche von uns haben mehr Glück im Leben als andere. Einige erfahren, was Glück und Wärme bedeutet, andere erfahren nur pures Leid. Und unglücklicherweise gehören Vierbeiner normalerweise zu der zweiten Gruppe. Opfer von menschlicher Dummheit, Ignoranz, schlechter Erziehung oder noch schlimmer von menschlichem Irrsinn.

Man sagt, jeder bekommt, was er verdient. Und dann zählt doch nur, wem du begegnest. Eine Person kann Dein Leben ändern. Ein Mensch kann eine Veränderung in Deinem Leben bewirken. So wie der tierliebe Finder von Prometheas. Eine Entscheidung, eine Tat. Vielleicht bist Du jetzt an der Reihe?

Schon innerhalb der ersten acht Tage in Xanthi begegnen wir dieser furchtbaren Wahrheit wieder und wieder. Die Tiere werden in eine Welt geboren, in der sie nur dem Tod begegnen. Wenn sie Glück haben, endet ihr Leben innerhalb einer Sekunde unter den Rädern eines Autos, vielleicht einige letzte Atemzüge und die Reise ist vorbei. Einige werden mit mehr Schmerzen gehen, verursacht durch das Gift, was in einem Stück Käse oder Fleisch versteckt war, das sie so verzweifelt gesucht hatten, um zu überleben.

Und dann gibt es Tiere, die die schlimmste Strafe erleben müssen, die menschliche Boshaftigkeit. Prometheas, am Tag fünf des Xanthi Projekts in einem kleinen Dorf in der Nähe gefunden, ist einer von ihnen. Als er uns vorgestellt wurde, saß der acht Monate alte Welpe einfach da, ohne sich zu bewegen. Sein ganzes Gesicht war durch Säure verätzt, die jemand über ihn gegossen hatte. Seine Augen waren dahingeschmolzen wie seine Chance, wie ein normaler Hund leben zu können.

Was kann er getan haben, um das zu verdienen? Vielleicht hat er um Futter gebettelt? Vielleicht ist er irgendeinem Kind nach Hause gefolgt? Vielleicht hat er gebellt? Vielleicht - vielleicht hat er gar nichts getan. Vielleicht war der einzige Grund, dass er existiert. Am falschen Ort, zur falschen Zeit. In einer Sekunde hat er sich von einem Hund in ein Monster verwandelt, wie er von allen, die ihn sehen, genannt wurde.

Durch eine Schicksalswendung wird er schließlich gefunden und in die Praxis gebracht, in der das Projekt stattfindet. Durch eine weitere Wendung des Schicksals wird er gerettet. Jetzt kämpft er darum, wenigstens auf einem Auge seine Sehkraft zu behalten. 20% seiner Haut sind verätzt. Seine Ohren sind abgeschnitten und nur die Zeit wird zeigen, ob die Wunden in seiner Seele je heilen werden. Kurzum, bekommen wir eine zweite Chance? Bekommen wir eine zweite Chance, all das zu korrigieren, was schiefgegangen ist?

Oder war´s das? Man sagt, jeder bekommt, was er verdient. Und dann zählt doch nur, wem du begegnest. Eine Person kann Dein Leben ändern. Ein Mensch kann eine Veränderung in Deinem Leben bewirken. So wie der tierliebe Finder von Prometheas. Eine Entscheidung, eine Tat. Vielleicht bist Du jetzt an der Reihe?
Ihre Dr. Melanie Stehle


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